Aktuell

Verein
Die Recken zur Porta
Der Vorstand
Unser Angebot
Wo man uns trifft
Termine
Bastelstunden
Burgfest Vlotho
Museumshof Rahden
Galerie
Recken WM

Mitglieder
Reckenbuch

Geschichtliches
Burgen unserer Region
Sagen unserer Region

Kontakt
Mitmachen
Trefft uns auf Facebook
Impressum

In Gedenken
In Memoriam

 



Die Burg Regenstein

Etwa 2 km nördlich von Blankenburg liegt der Regenstein, ein senonischer Sandsteinrücken. Auf der nach 3 Seiten steil abfallenden Kuppe steht die Burg Regenstein. Die gesamte 1,5 km lange Anhöhe ist durch zahlreiche Schluchten und felsige Spornanlagen zerklüftet.



Es gibt 32 Räume und Gräben, Schächte und Keller die aus dem Fels heraus gearbeitet sind und auch heute noch größtenteils besichtigt werden können. Das Verließ z.B. ist ein ausgehauener 20m tiefer Schacht. In den Ecken findet man in gewissen Abständen dreieckige Steinkonsolen, auf die damals Leitern zum Auf- und Abklettern gestellt wurden. Interessant ist auch der Standort eines mehrteiligen Gebäudes mit Resten von Warmluftheizungen (Kemenate).
Als einzige aufgehende Mauerwerke sieht man heute noch den 8 m hohen und 3 m dicken Stumpf eines Burgfrieds und einen Ringmauerrest aus Sandstein. Es gab hier früher 4 Toranlagen und 7 Türme.
Archäologische Funde deuten auf eine erste Befestigung bereits im Anfang des 11. Jahrhundert. Schriftlich wurde die Burg allerdings erst 1169 als "castrum" erwähnt.

Auf dem Regenstein residierten im Mittelalter die mächtigsten Herren im Harzgau, die Blankenburger Grafen, von denen sich einige Linien auch nach der Burg nannten. Der erste genannte Graf von Regenstein war Conrad, Sohn des Grafen Poppo von Blankenburg, der sich im Jahre 1167 als "comes (=Graf) de Regenstein" bezeichnete.
1181 wurde die Burg durch das vom Kaiser Friedrich I. Barbarossa geführte Herr erobert (staufisch-welfische Auseinandersetzung zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Heinrich des Löwen).
Während des gesamten 13. und 14. Jahrhunderts diente der Regenstein den Grafen als Residenz und Zentrum ihres umfangreichen Territorialbesitzes im Nordharz. In dieser Zeit enstanden zahlreiche Gebäude im Burgbereich. In der Mitte des 15. Jahrhunderts gaben die Grafen den Regenstein als Residenz auf und übersiedelten zur Blankenburg. 1599 starb mit dem letzten Grafen Johann Ernst das Geschlecht der Regensteiner/Blankenburger aus.

Die Burg wurde dann noch bis weit in das 16. Jahrhundert hinein als militärische Anlage benutzt. Aus Dokumenten geht hervor, das im Jahr 1592 die Burg schon leer stand.
In der Mitte des 17. Jahrhunderts (1670) besetzten Brandenburger die bereits verfallene Stammburg. Unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm entstand dann eine Befestigung auf dem ganzen Plateon.
Unter preußischer Heerschaft wurde die Festung im 18. Jahrhundert immer weiter ausgebaut. 1757 eroberten die Franzosen den Regenstein (siebenjähriger Krieg). Nachdem die Preußen die Festung kurze Zeit später zurück erobert hatten, wurde sie dann geschliffen.

Heute ist die gesamte Anlage als ein Freilichtmuseum gestaltet. In einigen Räumen sind Funde der Burg- und Festungszeit des Regensteines ausgestellt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Jedes Jahr an dem letzen Wochenende im Juli finden auf dem Burggelände Ritterspiele statt, an denen auch die Recken zur Porta teilnehmen.

Andreas Büsching, PW den 01.09.2000