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Die Alte Burg in Friedewalde

Nirgends im Kreis Minden-Lübbecke liegen drei Burgstätten so nahe beieinander, wie in Friedewalde. Aber leider ist von den drei Burganlagen nur wenig übrig geblieben.
Der erste Burgenbau (In der Nähe vom Kindergarten / am Tuchtweg) steht in Zusammenhängen mit dem Mindenerwald. Dieses große Waldgebiet war von Kaiser Otto III. 991 dem Bischhof Milo und der Mindener Kirche geschenkt worden. Es soll von Bischhof Wedekind I. an die Stadt Minden weiter verschenkt worden sein, nachdem diese ihm entscheidend geholfen hatten, 1260 den Sieg über den Herzog von Lüneburg und den Grafen von Wunstorf zu erringen.
Da die Mindener Bürger und die Bewohner des Mauritiusklosters das Recht hatten den Wald als Holz- und Hudemöglichkeit zu nutzen, hatten sowohl Bischof wie Stadt Interesse am "Minderwald".
Um die Landesherrschaft zu festigen bauten die "Partner" eine Wasserburg. Der ausgewählte Burgplatz war an einem Punkt, wo die Oesper mit ihrem großen Sumpfgelände relativ gut überquert werden konnte. Der Befestigungsgraben konnte vom Wasser des Baches und des vom Sumpfes gespeist werden. Der Graben hatte wohl den selben Umfang, wie aus späteren Zeiten bekannt ist. Das später mehrfach genannte "Steinwerk" war wohl ein Wohnturm. Es gab mehrere Tore , Zugbrücken und auch mehr als ein Pforthaus.
Schon die ersten Nachrichten aus dem 14. Jahrhundert sprechen von "den beiden Teilen" der Burg. Es muß also eine räumliche Trennung zwischen Bischof- und Ratherrenhälfte gegeben haben.
Zur Verteidigung wurden Kriegsleute eingesetzt, von jedem die seinen. Immer wieder wurde die Burg an finanzstarke Einzelne verpfändet.

Die erste erhaltenen Nachrichten (1340) nennen einen Ritter als Inhaber des Stadt-Mindener Anteils. Von großer Bedeutung könnte die Tatsache gewesen sein, daß um 1350 der bischöfliche Teil in der Hand des Grafen Gerhard von Hoya war. Da die Grafen Hoya in dieser Zeit sehr bedacht darauf waren ihre Landeshoheit auszudehnen, paßte es ihnen gut bis etwa 9 km an die Stadt Minden herangekommen zu sein.
Das konnte dem Bischof von Minden umso gefährlicher werden, als es zwischen ihm und der Stadt Minden Spannungen gab, zwischen der Stadt Minden und den Hoyaern aber ein gutes Einvernehmen.
1309 war die neu errichtete bischöfliche Burg Petershagen in Zusammenwirkung von Stadt Minden und den Grafen von Hoya und von Schaumburg bestürmt worden. 1315 hatte der Bischof die Burg Steierberg an die Grafen von Hoya verpfänden müßen. 1336 fiel die Burg Nienhus an Hoya, andererseits erichteten die Bischöfe von Minden mit der Schlüsselburg einen vorgeschobenen Posten im Norden und an der Weser.
Es fällt auf, daß 1344 die Grafen von Hoya in einem Landfrieden verbunden warenmit dem Dompropst von Minden (nicht dem Bischof), dem Amtmann des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg, den Herren vom Berge, den Städten Minden und Lübbecke, dem Grafen von Ravensberg, der Stadt Herford und der Burg Vlotho.
Die beiden Mindener Bischöfe aus dem Schaumburger Geschlecht, Gerhard I. und Gerhard II. (1347-1353 und 1363-1366), haben diese Entwicklung korrigieren können. Ersterer hatte bei seinem Amtsantritt alle Burgen verpfändet vorgefunden. Er konnte dann Rahden von den Hoyaern erwerben - auch dies eine Maßnahme von Dauer - und erhob Petershagen zur Stadt. Von 1362 stammt die Nachricht, Bischof Gerhard II. habe den bischöflichen Teil der Burg Friedewalde für 250 Mark den von Münchhausen versetzt. Damit war den Hoyaern ein ausbaufähiger Stützpunkt genommen.
Im selben Jahr muß es zwischen den Grafen von Hoya und der Stadt Minden zumindestens Streitigkeiten gegeben haben.

Seit dieser Zeit hat nie wieder einer der benachbarten Dynasten einen der beiden Teile der Burg Friedewalde an sich bringen können.

Andreas Büsching, PW den 10.11.99