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Die Kätchenburg bei Petershagen

Die Kätchenburg stand früher zwischen Ovenstädt und Bad Hopfenberg.
Die Bewohner waren Raubritter, die die Kaufleute, die zwischen Bremen und Hamburg handel trieben, ausplünderten.
Sie beraubten lange Zeit ungestraft die Händler. Ob auf dem Landwege oder auf der Weser, es kam kaum ein Reisender ungeschoren davon.

Eines Tages zogen dichte schwarze Wolken auf. Die Bauern, die auf den Feldern arbeiteten, flüchteten und suchten irgendwo Unterschlupf.
Es war ein sehr starkes Gewitter. Blitz und Donner folgten Schlag auf Schlag. Auf einmal war ein lautes Krachen zu hören und dannach war Stille.
Die dunklen Wolken lösten sich auf und die Bauern hörten Hilferufe. Sie fogten dem Jammern, da sie dachten, die Raubritter hätten wieder einen Kaufmann am Spieß.
Aber als sie zu der Stelle kamen, wo die Kätchenburg stand, fehlte diese. Das gesamte Bauwerk, mit Mauern und Gemäuern war verschwunden...

Lange danach hatte ein Bauer aus Eldagsen wichtige Geschäfte in Ovenstädt zu erledigen. Wieder zogen schwere Wolken auf und ein Gewitter ging nieder.
In dieser gruseligen Stunde erblickte der Wanderer ein Licht im Dunkeln. Als er sich dem Schein näherte, sah er eine Höhle, in der eine wunderschönes Burgfräulein saß.
Der Bauer erschrack, aber dann siegte das Mitleid und er fragte: "Warum bist Du so traurig?"
Das Fräulein offnete die blassen Lippen und sprach: "Unsere schöne Burg ist verflucht und versunken. Willst Du uns erlösen, so werde ich Dich reichlich belohnen! Nur mußt Du versprechen, das Du morgen wieder hierher kommst und einen roten Hahn mitbringst. Dann rufe nur "Kätchen" und alsbald werde ich erscheinen."
Der Mann willigte ein und wurde in die unterirdische Schatzkammer geführt. Da waren Kiste über Kiste mit Gold, Silber und Geschmeide aufgestapelt. Der Bauer nahm seinen Reisesack und stopfte ihn bis zum Rand voll.
Nun führte ihn die holde Maid in einen großen Saal. An einem steinernen Tisch saßen drei rauhe Ritter, mit weißen Bärten und kahlen Schädeln in rostigen Rüstungen.
Auf dem Tisch lagen drei blanke Schwerter neben einen Haufen von Totenschädeln. Zu Füßen des ältesten Ritters aber streckte sich ein schwarzer Hund mit Feueraugen und scharfen Krallen.
Als dieser den Mann erblickte, kam ein finsteres Knurren aus seiner Kehle.
Dem Bauern fuhr es in die Glieder und er rannte, so schnell ihn seine Füße tragen konnten, davon. Mit einem lauten Krachen flog die Tür ins Schloß.

Er rannte und rannte. Nass vor Schweiß keuchte er auf einen Hügel zu. Da stand, zu seinem Entsetzen, ein Reiter. Dem hing ein schmutzgrauer Mantel bis tief zu den Füßen und ein Schlapphut verdeckte sein Gesicht. Neben ihm stand ein schwarzes Roß mit fauchenden Nüstern.
Der Eldagsener versuchte sich und seinen Schatz zu verbergen, aber der wilde Reitersmann hatte ihn schon im Blick. "Willst Du Kätchen den roten Hahn bringen ?", fragte er.
"Oh ja", antwortete der treuherzige Bauer. Da Antwortete der Wilde: "Ich sehe, das Du den Lohn schon im Sack hast. So friss den Hahn doch selber auf !".
"Das will ich ja auch machen ! Nichts bringt mich noch einmal zu dieser Höhle !", rief der Bauer erleichtert.
Kaum aber hatte er diese Worte ausgesprochen, da entriss ihm der Fremde mit kralliger Hand den Sack und die Schätze, schrie: "Verräter", schlug ihn nieder und ritt hohnlachend davon.

Als der Bauer am nächsten Tag erwachte, dachte er es wäre nur ein schlimmer Alptraum gewesen. Mehr tot als lebendig erreichte der arme Wanderer schließlich sein Haus in Eldagsen. Als er aber in den Spiegel blickte, da sah er, daß sein Haupthaar eisgrau geworden war in nur einer Nacht...

Andreas Büsching, PW den 24.12.06